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Generator testen: die Methode in 7 Schritten

Um einen Generator zu testen, startest du ihn ohne angeschlossene Verbraucher, prüfst an der Steckdose Spannung und Frequenz, und schaltest danach eine echte Last auf, um zu sehen, ob die Werte halten. Ein Aggregat, das zwar anspringt, unter Last aber einbricht, hat den Test genauso wenig bestanden wie eines, das gar nicht erst startet. Der ganze Durchgang dauert rund 30 Minuten und braucht ein Werkzeug: ein Multimeter, das Wechselspannung und Hertz anzeigt.

Vorher: drei Sicherheitsregeln

Gefährlich an dieser Arbeit sind die Abgase, nicht der Strom. Kohlenmonoxid ist geruchlos, und ein Stromerzeuger produziert davon in Minuten tödliche Mengen. Betreibe ein tragbares Aggregat immer im Freien, mit deutlichem Abstand zum Haus und mit dem Auspuff weg von Türen, Fenstern und Lüftungsöffnungen. Niemals in der Garage testen, auch nicht bei offenem Tor.

Zwei weitere Regeln, bevor du etwas anfasst:

  • Den Leistungsschalter vor dem Starten ausschalten. Der Motor soll erst rundlaufen, bevor er Last sieht, und du willst selbst bestimmen, wann diese Last kommt.
  • Keine Rückspeisung. Ein Aggregat über ein Kabel in eine Wandsteckdose zu stecken, um damit das Haus zu versorgen, setzt die Leitung draußen unter Spannung und kann einen Monteur töten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das ohnehin unzulässig: Soll der Generator Stromkreise im Haus versorgen, braucht es eine Netzumschalteinrichtung, eingebaut vom Elektrofachbetrieb.

Der Test in 7 Schritten

1. Kalt sichtprüfen. Ölstand am Peilstab kontrollieren, am Kraftstoff riechen (abgestandenes Benzin, das nach Lack riecht, ist die häufigste Startverweigerungsursache überhaupt), kurz auf den Luftfilter schauen und mit der Hand über Kabel und Steckdosen fahren, auf der Suche nach rissiger Isolierung oder verbogenen Kontakten. Stand das Gerät länger als eine Saison mit Sprit im Tank, rechne eher mit dem Vergaser als mit dem Generatorteil.

2. Ohne angeschlossene Verbraucher starten. Kraftstoffhahn auf, Choke rein, Leistungsschalter aus. Ein gesunder Motor sollte nach zwei, drei Zügen anspringen, beim E-Start sofort. Zähl die Startversuche und notier sie: Was heute sechs Züge braucht, braucht nächsten Winter zehn.

3. 60 Sekunden laufen lassen und zuhören. Lass ihn vom Choke kommen und sich einpendeln. Du hörst auf einen gleichmäßigen Ton. Ein Pendeln, bei dem die Drehzahl im Sekundentakt steigt und fällt, deutet auf ein zu mageres Gemisch oder einen verschmutzten Vergaser hin, und es zeigt sich später als unstabile Spannung.

4. Leerlaufspannung und Frequenz messen. Multimeter auf Wechselspannung stellen, die Prüfspitzen in die Steckdose führen und ablesen. An einer Schuko-Steckdose erwartest du im Leerlauf etwa 225 bis 245 V, an einem Drehstromausgang rund 390 bis 420 V zwischen den Außenleitern. Danach auf Hertz umschalten. Die meisten Aggregate ohne Inverter laufen ohne Last etwas zu schnell, also bei 51 bis 53 Hz, damit die Drehzahl in den Sollbereich fällt, sobald Last dazukommt. Wie du die Spitzen ansetzt und das Messgerät einstellst, lohnt sich genau zu machen: Generatorspannung mit dem Multimeter messen geht diesen Teil im Detail durch.

5. Last in Stufen aufschalten. Leistungsschalter einschalten, dann zuerst etwas Kleines und rein Ohmsches anstecken, zum Beispiel einen 500-W-Baustrahler. Hör hin, wie der Motor kurz absackt und sich fängt. Dann einen zweiten Verbraucher dazu, idealerweise etwa die Hälfte der Nennleistung, etwa einen Heizlüfter oder einen Wasserkocher. Fang nicht mit Kompressor, Pumpe oder sonst etwas mit Motor an: Solche Geräte ziehen beim Anlauf ein Vielfaches ihrer Nennleistung und sagen nichts Brauchbares über den Generator aus.

6. Unter Last erneut messen. Das ist der eigentliche Test. Die Spannung sollte sich nahe am Nennwert einpendeln, also grob 220 bis 240 V, und die Frequenz nahe 50 Hz liegen. Ein Abfall von ein paar Volt ist normal. Ein Einbruch auf 190 V oder eine Frequenz, die auf 46 Hz sinkt, heißt: Der Motor hält die Drehzahl nicht, oder der Regler gleicht nicht aus.

7. 20 bis 30 Minuten laufen lassen, dann in der richtigen Reihenfolge abstellen. Zu kurze Testläufe sind der häufigste Fehler. Erst Wärme bringt schwache Wicklungen, sterbende Regler und Kühlprobleme ans Licht, und dahin kommt ein Zwei-Minuten-Leerlauf nie. Beim Abstellen erst die Last abwerfen, dann eine Minute leerlaufen lassen, dann Zündung aus und Kraftstoffhahn zu.

Was die Messwerte bedeuten

Was du misst Wahrscheinliche Ursache Was du als Nächstes tust
0 V oder wenige Volt, Motor läuft sauber Restmagnetismus verloren, AVR defekt oder Kohlen abgenutzt Erregung nach Handbuch neu aufbauen; hilft das nicht, den AVR prüfen
Spannung zu hoch (über 260 V) und stabil Automatischer Spannungsregler defekt Abstellen. Keine Elektronik anschließen. AVR tauschen
Spannung nur unter Last zu niedrig Überlast, zu niedrige Drehzahl oder schwacher AVR Last reduzieren und neu messen; erholt sich der Wert, war es Überlast
Frequenz zu niedrig, Spannung folgt ihr Drehzahl oder Regler am Motor Drehzahl einstellen oder Motor warten, kein elektrischer Fehler
Spannung schwankt um 20 V oder mehr Pendelnder Motor, verschmutzter Vergaser, hängender Regler Zuerst die Kraftstoffseite in Ordnung bringen; die Spannung folgt der Drehzahl
Eine Steckdose tot, die anderen in Ordnung Ausgelöster FI oder Steckdosenschutzschalter Erst den Schutzschalter zurücksetzen, bevor du den Generator verdächtigst

Notstromaggregat mit Festeinbau testen

Eine fest installierte Notstromanlage testet sich selbst, und genau das ist das Problem: Der wöchentliche Probelauf läuft ohne Last, beweist also nur, dass der Motor anspringt, und sonst nichts. Zwei Prüfungen musst du selbst ergänzen.

Die Umschalteinrichtung testen. Netzhauptschalter aus und die Umschaltzeit stoppen. Das Aggregat sollte je nach Modell in etwa 10 bis 30 Sekunden starten und das Haus übernehmen. Danach Netzspannung wiederherstellen und prüfen, ob sauber zurückgeschaltet und nachgekühlt wird. Zweimal im Jahr.

Die Batterie testen. An einer leeren 12-V-Batterie scheitern mehr Notstromaggregate als an jeder mechanischen Ursache. Einmal im Jahr unter Last prüfen und alle drei Jahre tauschen, unabhängig vom Prüfergebnis.

Bei gewerblichen Anlagen verlangt NFPA 110, die US-Norm für Notstromversorgungen, einen monatlichen Test unter Last und, für Dieselaggregate, die im Monatslauf ihre geforderte Last nicht erreichen, jährlich einen Test mit Lastbank. Dieselmotoren, die immer nur unbelastet im Leerlauf drehen, entwickeln das sogenannte Wet Stacking: unverbrannter Kraftstoff sammelt sich im Abgastrakt und beschädigt am Ende den Motor.

Wenn du die Lichtmaschine im Auto meinst

Ältere Autos hatten eine Gleichstromlichtmaschine, seit den 1960ern steckt fast überall ein Drehstromgenerator, und der Test läuft anders. Bei stehendem Motor zeigt eine gesunde Batterie rund 12,6 V. Motor starten und wieder an den Batteriepolen messen: Jetzt solltest du etwa 13,8 bis 14,4 V sehen. Unter 13 V heißt, die Lichtmaschine lädt nicht. Über 15 V heißt, der Regler ist defekt und kocht die Batterie.

Wo dieser Test aufhört, nützlich zu sein

Eine Prüfung von Spannung und Frequenz sagt dir, dass der Generator Strom liefert. Sie sagt dir nicht, dass dieser Strom sauber ist. Normale Multimeter zeigen einen Mittelwert und können Kurvenformverzerrungen nicht darstellen. Ein Aggregat ohne Inverter kann also glatte 230 V anzeigen und trotzdem eine zerhackte Kurve ausgeben, die ein Notebook-Netzteil oder einen drehzahlgeregelten Motor überhitzt. Wer empfindliche Elektronik betreiben will, braucht dafür ein Inverter-Aggregat oder ein Oszilloskop, kein Multimeter.

Auch der Lasttest oben ist weit von einem echten entfernt. Die halbe Nennleistung für 30 Minuten beweist deutlich weniger als ein Lastbanklauf bei voller Nennleistung über zwei Stunden, und genau der findet grenzwertige Wicklungen und Kühlgrenzen. Und nichts davon sagt voraus, ob die Kiste in einem halben Jahr noch anspringt: Das hängt an der Kraftstoffdisziplin, also ethanolfreies Benzin, ein Stabilisator oder den Vergaser zwischen den Einsätzen leerfahren.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich einen Generator testen?

Lass ein tragbares Aggregat jeden Monat 20 bis 30 Minuten unter Last laufen, mindestens aber alle drei Monate und immer vor der Sturmsaison. Bei Festeinbauten kommt zweimal jährlich ein Test der Umschalteinrichtung dazu und einmal jährlich eine Batterieprüfung. Der Probelauf, den eine Notstromanlage selbst fährt, ersetzt keinen Test unter Last.

Kann ich einen Generator ohne Last testen?

Nur teilweise. Ein Leerlauftest bestätigt, dass der Motor startet und Spannung entsteht, und schließt damit die schlimmsten Defekte aus. Er zeigt aber weder einen schwachen Spannungsregler noch einen rutschenden Drehzahlregler noch einen Motor, der die Drehzahl nicht hält, denn alle drei treten erst auf, wenn Strom fließt.

Welche Spannung sollte ein Generator liefern?

An einer Schuko-Steckdose etwa 225 bis 245 V ohne Last und 220 bis 240 V unter Last, bei rund 50 Hz. Am Drehstromausgang etwa 390 bis 420 V zwischen den Außenleitern. Werte außerhalb dieser Bereiche deuten auf den Regler oder die Drehzahl hin, und richtig zu messen zählt genauso viel wie die Zahl selbst.

Woran erkenne ich einen defekten AVR?

Verdächtig wird der automatische Spannungsregler, wenn die Spannung stabil, aber falsch ist: dauerhaft zu hoch (über 260 V an einer 230-V-Steckdose), oder in dem Moment auf einen Bruchteil zusammenbricht, in dem Last dazukommt, während der Motor Drehzahl und Ton sauber hält. Ändert sich die Drehzahl zusammen mit der Spannung, ist der Fehler mechanisch, nicht elektrisch.

Einen Generator zu testen heißt eigentlich, zwei Fragen nacheinander zu stellen: Springt er an, und hält er durch, wenn etwas angeschlossen ist. Die meisten stellen nur die erste, und deshalb versagen so viele Aggregate genau in der Nacht, in der man sie braucht. Leg ein Multimeter in die Kiste, such dir einen festen Termin im Monat und lass ihn eine halbe Stunde unter Last laufen. Der Test, der im Oktober einen defekten Regler findet, kostet dich einen Nachmittag; der, der ihn beim Stromausfall findet, deutlich mehr.